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Casa V, Monterrey

Projekt für die etappenweise Erweiterung eines Einfamilienhauses

2012 und 2019

Das Erweiterungsprojekt des Hauses, das sich in der Nähe eines Parks in einem Wohnquartier in Mexiko befindet, dient als Beispiel für die Anwendung der fünf Regeln des Weiterbauens. Das Weiterbauen wird als Entwurfsmethodik verstanden und wurde von den Schweizer Architekten Elisabeth und Martin Boesch entwickelt, Professoren für das Bauen im Bestand an der Accademia di Architettura di Mendrisio [1] in der Schweiz. Sie selbst definieren das Weiterbauen als das Bauen nach den Regeln des Bestehenden, indem man diese sorgfältig interpretiert. Die fünf Regeln lauten wie folgt:

  1. Die Identität des bestehenden Gebäudes muss gestärkt werden.

  2. Bei jeder Fragestellung muss die Antwort zuerst im Katalog der Elemente und Regeln gesucht werden, die die Architektur des Bestands definieren.

  3. Wenn Punkt 2 keine Antwort liefert, muss diese aus der inneren Logik der Architektur des bestehenden Gebäudes heraus entwickelt werden.

  4. Jede Antwort muss nach diesen Spielregeln erarbeitet werden. Ausnahmen erfordern Argumente. Kreative Automatismen und Klischees sind abzulegen.

  5. Der Zweifel ist ein treuer Begleiter.

Die Erweiterung wurde realisiert, indem das neue Raumprogramm in den oberen Teilen der bestehenden Bauten untergebracht und der Südflügel des Hauses verlängert wurde, wodurch ein zentraler Innenhof entsteht. Dieser Hof fungiert als räumliches Gelenk, das die Gemeinschaftsräume des gesamten Hauses horizontal und vertikal miteinander verbindet. Die drei Generationen von Bewohnern profitieren so vom Zusammenleben unter einem einzigen, verbindenden Dach.

Diese Räume wurden auf der Grundlage von architektonischen Elementen definiert, die im Katalog der Elemente und Regeln des bestehenden Gebäudes vorhanden sind, darunter:

  • ein Spiel mit Volumina, das die verschiedenen Teile des Programms und ihre räumlichen Verflechtungen zum Ausdruck bringt;

  • das Konstruktionssystem, das gleichzeitig als Tragwerk für die Überdachung und als räumliche Begrenzung dient;

  • eine flache Stahlbetondecke, die die Nutzung der Oberseite ermöglicht;

  • Mauerwerkswände mit Fensteröffnungen, die an den am stärksten exponierten Fassaden mit einer architektonischen Einfassung als Sonnenschutz versehen sind;

  • grosse Fensterfronten, die an den zum Park gewandten und sonnengeschützteren Seiten den Innenraum zum Aussenraum hin öffnen.

Die bestehende Gartenfläche im Erdgeschoss weicht einer Lösung, die mehr Luft und Licht zulässt, und wird in die oberen Teile des erweiterten Hauses verlegt (siehe Modellfoto). Sie besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil bildet einen begrünten Brückenkorridor, der vom Elternschlafzimmer bis zum Ende der Parzelle führt. Dort öffnet sich ein grosszügigerer Bereich, in dem der Pool den am besten geeigneten Platz des Hauses findet. Von der Terrasse im dritten Obergeschoss führt eine Treppe zum Hängegarten des Hauses. Dieser Garten überragt das Haus sowie die Nachbarschaft und ermöglicht es, den Blick auf den Park und das dahinter liegende Panorama der Berge zu geniessen. Die üppige, an das Klima angepasste und hochwachsende Vegetation schützt vor Einblicken und erfordert nur wenig Pflege.

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Das dritte Obergeschoss ist der ruhigste und vielseitigste Ort des Hauses. Daher ist dies der beste Standort für die Wohnung von Abuelita (Grossmutter). Von ihrem Wohnzimmer aus bleibt sie über das zentrale Patio des Hauses mit allen Familienmitgliedern in Kontakt. Zudem führt sie ein Lift direkt von der Garage in ihre Wohnung, sodass sie diesen privilegierten, höher gelegenen Raum völlig barrierefrei geniessen kann. Das Schlafzimmer von Abuelita befindet sich in einem zurückversetzten Bereich. Auf derselben Ebene befindet sich ein weiterer Gemeinschaftsraum: der Fitnessraum des Hauses. Gross, hell und sehr offen gestaltet, blickt er auf den Quartierspark. Dank seiner Terrasse ermöglicht der Fitnessraum der gesamten Familie, drinnen wie draussen zu trainieren – individuell, in Gruppen oder alle zusammen.

© 2026 Dietiker Ficheux

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