Tempio di Madonna delle Cataste, Ponzano di Fermo
Ideenwettbewerb für die Umnutzung einer Kirche.
In Zusammenarbeit Niccolò Centrone
2025
Der Tempel der Madonna delle Cataste, der einst der Jungfrau Maria geweiht war, könnte problemlos in ein Open-Air-Theater und einen Veranstaltungsraum umgenutzt werden. Obwohl er mit grossem individuellem Enthusiasmus, aber nur geringen Mitteln erbaut wurde, besitzt der Tempel einen einzigartigen Charakter. Er benötigt nur wenige Ergänzungen, um als voll funktionsfähiges Theater wiederverwendet zu werden. In dieser herrlichen Landschaft fügt sich der Tempel dank seiner natürlichen Materialien und seiner offenen Geometrie bereits perfekt in die Natur ein, sodass er stets in Beziehung zu seiner Umgebung wahrgenommen wird. Der Entwurf schlägt vor, den Tempel mit einer neuen Dachkonstruktion zu versehen, um einerseits die Ruine zu schützen und andererseits die Szenografie aufzunehmen. Darüber hinaus sieht das Projekt vor, die Umgebung des Tempels in einen Park umzuwandeln, um die für die Nutzung als Theater und Veranstaltungsort erforderlichen Funktionen zu integrieren. Die Geometrie und Materialität des Parks leiten sich dabei direkt von denen des Tempels ab.
Das Publikum erreicht den Park von der Hauptstrasse oder dem Flussweg aus über zwei seitliche Eingänge. Pergolen und Pavillons empfangen die Besucher mit einer Kasse und einer Garderobe (insgesamt 22 m²) sowie sanitären Anlagen (insgesamt 20 m²). Anschliessend können sich die Zuschauer in die „grünen Salons“ begeben, die als Foyer dienen und ein Café bzw. eine Bar (22 m²) beherbergen. Von dort aus gelangt das Publikum in das Auditorium (Gesamtkapazität: 200 Personen). Dabei handelt es sich um einen offenen, begrünten Naturraum, der mit Sitzgelegenheiten aus Steinblöcken ausgestattet ist. Der hintere Bereich ist von grossen Bäumen gesäumt, die an heissen Sommerabenden den dringend benötigten Schatten spenden.
Die Bühne befindet sich am Fuss des Tempels auf dessen unterer Ebene. Ausserhalb des Tempels bietet eine Holzbühne einen stabilen Untergrund für die Aufführungen. Im Inneren wird die gesamte Ebene Teil der Bühne. In den Bögen sind Vorhänge angebracht, mit denen die Innenbühne geöffnet oder geschlossen werden kann; alternativ dienen sie dazu, den Backstage-Bereich hinter dem Tempel zu verdecken. Eine Treppe verbindet das Bodenniveau mit dem oberen Stockwerk im Dachbereich. Das neue Dach beherbergt ein technisches Raster (Schnürboden) und einen Bühnenturm. Breite Öffnungen ermöglichen es, den Innenraum des Daches in die Inszenierung einzubeziehen. Die neue Überdachung hat die Form einer Kuppel, welche die Typologie der klassischen italienischen Architektur neu interpretiert.

